Regelinsolvenz

Für Freiberufler, Selbstständige und Unternehmer



Gerade bei Überschuldung als Firmeninhaber ist die Fortführung des Unternehmens naturgemäß das oberste Ziel.
Doch fast immer existieren Hemmnisse aus der Vergangheit auf Gläubigerseite, die einer wirtschaftlichen Sanierung
im Wege stehen und nur noch über ein Regelinsolvenzverfahren einen Neuanfang ermöglichen.

DIE VERSCHIEDENEN VERFAHREN

Das Standardverfahren

Bei Selbstständigen und ehemals Selbstständigen mit unübersichtlichen Vermuögensverhältnissen (mehr als 19 Gläubiger) oder Personen mit besonderen Voraussetzungen läuft ein Regelinsolvenzverfahren nach Abgrenzung gem. § 304 InsO wie nachfolgend beschrieben ab.

Eine die Kosten des Verfahrens deckende Masse braucht seither nicht mehr vorhanden sein, da speziell hierfür die Möglichkeit besteht, die Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen. Dadurch wird es jedem Selbstständigen praktisch ermöglicht, seine Tätigkeit trotz Insolvenz oder Überschuldung fortzusetzen. Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass kleine und mittelständische Selbstständige nach Einstellung der Tätigkeit praktisch äußerst selten wieder in den regulären Arbeitsmarkt integriert werden konnten.

Die Fortsetzung der selbstständigen Tätigkeit nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat als positiven Effekt für die Gläubiger zur Folge,dass hierüber eine wesentlich höhere Befriedigung ihrer Forderungen erfolgen kann.

Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens

Schritt 1: Erfassung und Erstellung der Gläubigerliste. Hierzu werden alle Forderungen nach aktuellem Sachstand erfasst und in einer Anlage zum Insolvenzantrag zusammengestellt.
Schritt 2: Der Antrag auf Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens wird bei Gericht eingereicht. Nach Prüfung durch das Gericht werden die nächsten Schritte, wie Bildung eines Gläubigerausschusses,etc. beschlossen und die Vorbereitungen zur Vorlage beim Treuhänder (Insolvenzverwalter) getroffen.
Schritt 3: Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird Ihnen ein Treuhänder vom Amtsgericht zugeteilt. Sobald Sie den Eröffnungsbeschluss erhalten haben, sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Treuhänder in Verbindung setzen und einen Termin vereinbaren. Regelmäßig sind hierzu Unterlagen und Nachweise über Ihre wirtschaftliche Situation, weiterhin bestehende (Dauer-) Schuldverhältnisse, wie Mietverträge Geschäftsräume, Leasingverträge KfZ, etc. sowie Unterhaltsverpflichtungen (ggf. Anpassung nach § 850c Abs. 4 ZPO) vorzulegen. Ebenso erfolgt hier die Entscheidung über die Freigabe ihrer Konten, Fahrzeuge, etc. sowie Vereinbarungen über Zahlungsmodalitäten an den Treuhänder. Sie sollten also gut vorbereitet zu diesem Termin erscheinen - Ihr Treuhänder wird Sie schliesslich die nächsten sechs Jahre begleiten!

Besonderer Hinweis


Über die gesetzliche Vorgabe lassen sich mit dem Insovenzverwalter erfahrungsgemäß faire monatliche Zahlungen vereinbaren.

§ 295 InsO Obliegenheiten des Schuldners: (2) Soweit der Schuldner eine selbstständige Tätigkeit ausübt, obliegt es ihm, die Insolvenzgläubiger durch
Zahlungen an den Treuhänder so zu stellen, wie wenn er ein angemessenes Dienstverhältnis eingegangen wäre.

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