Die anatolische Ruine und der Staatsanwalt

Allgemein / Juli 3, 2016

Die anatolische Ruine und der Staatsanwalt

Schuldnerberatung ist nicht gleich Schuldnerberatung. Diese leidvolle Erfahrung hatte ein Schuldner machen müssen, nachdem dieser von einer früher aufgesuchten Schuldnerberatungsstelle offensichtlich falsch beraten wurde. Im Rahmen einer ordnungsgemäßen Beratung hatten wir beim Erstellen des Vermögensverzeichnisses vom Mandanten u.a. auch den Immobilienbesitz abgefragt und hier die Eigentümerschaft einer im Osten Anatoliens gelegenen Wohnhauses angezeigt bekommen. Diese Immobilie hatte der Schuldner bei der vormals aufgesuchten Schuldnerberatung offengelegt, wurde aber dann bei der Abgabe der Vermögensauskunft auf Anraten des Beraters nicht angegeben, da das Objekt bedingt durch Kriegsschäden und der relativen Wertlosigkeit angeblich nicht weiter relevant sei…

Jahre später wurde der Insolvenzantrag eingereicht und es kam, wie es kommen musste: Das Insolvenzgericht hat die Angaben aus der Vermögensauskunft von damals mit den Angaben im Antrag verglichen und festgestellt, dass die Immobilie beim Gerichtsvollzieher nicht angegeben wurde. Prompt wurde ein Strafverfahren von der Staatsanwaltschaft München eingeleitet und der Mandant wegen der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung (früher „Offenbarungseid“) zu einer knackigen Geldstrafe verurteilt, die geforderte Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

 

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